
Der Zubereitung
von Speisen kommt sowohl bei
der vollwertigen Ernährung
des Gesunden, in ganz besonderem
Maße aber bei der Ernährung
des Kranken eine entscheidende
Bedeutung zu. Vom Zubereitungsverfahren
hängt es ab, in welchem
Maße die z. T. hitzeempfindlichen
Vitamine beim Garen zerstört
werden, sich Vitamine und Mineralstoffe
im Kochwasser lösen und
somit verloren gehen und die
so wichtigen Duft- und Aromastoffe
erhalten bleiben bzw. verbessert
werden. Duft- und Aromastoffe
regen in erheblichem Maße
die Bildung von Verdauungssäften
im Magen und Darm an und sind
somit entscheidend für
das Ingangsetzen des Verdauungsvorganges.
In gleicher Weise wie der angenehme
Duft einer gut zubereiteten
Speise die Speichelbildung in
der Mundhöhle anregt (es
läuft das Wasser im Mund
zusammen), so regt er
auch die Magenschleimhaut und
Bauchspeicheldrüse zur
Absonderung von Verdauungssäften
an.
Eine besondere Bedeutung kommt der nährstofferhaltenden und schmackhaften
Zubereitung im Rahmen der Krankenernährung zu. Die Deckung des Bedarfs
an Vitaminen und Mineralstoffen ist hier besonders häufig gefährdet,
sodass schonenden Zubereitungsverfahren der Vorzug gegeben werden muss. Weiterhin
ist der Kranke besonders auf die den Appetit und die Funktion der Verdauungsorgane
anregenden Duft- und Aromastoffe angewiesen.
Ein weiteres Problem ist die Bekömmlichkeit. Bei vielen
Erkrankungen, insbesondere des Verdauungstraktes, etwa der Leberzirrhose,
der chronischen Hepatitis, dem Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür,
gibt man heute nicht mehr die noch vor Jahren üblichen strengen, oft
einseitigen und wenig schmackhaften Diäten. Trotzdem muss bei der Auswahl
und Zubereitung von Speisen eine gewisse Auswahl getroffen werden, damit es
zu möglichst wenig Beschwerden nach der Nahrungsaufnahme kommt.
Eine solche Kost wird als leichte Vollkost bezeichnet. In der
leichten Vollkost werden Nahrungsmittel und Speisen, die erfahrungsgemäß
häufig Beschwerden auslösen, gemieden. Nach einer Studie der Arbeitsgemeinschaft
für klinische Diätetik gaben über 17 % der Befragten Unverträglichkeitserscheinungen
nach fetten Speisen an. Man wird folglich solche Zubereitungsverfahren wählen,
die ein Garen oder Braten ohne zusätzliche Verwendung von Fett ermöglichen.
Fettarme Zubereitungsverfahren
finden weiterhin Anwendung bei
der diätetischen Behandlung
von
Fettstoffwechselstörungen, Erkrankungen, die mit einer Erhöhung
der Fett- und Cholesterinkonzentration im Blut einhergehen und dann, wenn
sie nicht konsequent behandelt werden, die Entstehung der Arteriosklerose
mit ihren Folgeerkrankungen (insbesondere Herzinfarkt) in erheblichem Maße
begünstigen.
Die fettarme Speisezubereitung findet weiterhin Anwendung bei der Herstellung
von fettarmen, relativ kohlenhydratreichen Abmagerungsdiäten (Reduktionskost).
Die Fettsucht ist der Schrittmacher vieler Folgeerkrankungen, wie z. B. Zuckerkrankheit
(Diabetes mellitus), Gicht, Blutfetterhöhung (Hyperlipoproteinämie),
Krampfaderbildung, degenerativen Gelenkerkrankungen, usw.
Etwa 30 bis 40 % der Bevölkerung
westlicher Industrienationen
leiden an Übergewicht!
Die Fettsucht ist somit zum
Problem Nr. 1 der vorbeugenden
Medizin geworden.
Das in diesem Buch beschriebene
Vivium-Garsystem ist im vorgenannten
Sinne nicht nur für Kranke,
sondern heute auch für
jeden Gesunden, der schlank
und fit bleiben möchte,
eine ausgezeichnete Methode,
die Speisen zuzubereiten.
